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Headless CMS – 8 Gründe, Inhalte und Programmierung zu entkoppeln

Was macht ein Headless CMS aus? Und wann und warum kann es Sinn machen auf eine Entkopplung von Front- und Backend zu setzen? Wir geben 8 Gründe für den Einsatz eines Headless CMS. 
Headless
Die Kundenansprache gehört zu den wichtigsten Baustellen der digitalen Transformation in Unternehmen: Kaufprozesse virtualisieren sich, Fachgeschäfte und Beratung wandern ins Internet ab. Besucher, mobile Endgeräte und nicht zuletzt Google stellen immer höhere Ansprüche an Inhalt und Nutzerfreundlichkeit von Websites. Headless CMS bieten ein Maximum an Gestaltungsfreiheit und kombinieren ein leistungsfähiges Redaktionssystem mit völliger Offenheit bei der Wahl der Frontend-Technologien. 

Was ist ein Headless CMS?

Im Unterschied zu klassischen Content-Management-Lösungen sind Headless CMS reine Redaktionssysteme ohne eigene Präsentationsschicht. Sie fokussieren auf die Inhalte und dienen als Content-Hub für die Marketing-Kommunikation. Headless CMS verwalten den Content kanalneutral und stellen ihn über Schnittstellen (API) zur Anzeige auf verschiedenen Ausgabemedien bereit. Dadurch sind Headless CMS nicht mehr den technischen Beschränkungen eines einzelnen Frontends unterworfen, sondern geben Entwicklern und Designern freie Hand in Sachen Gestaltung, Programmierung und User Experience.

Was ist ein Decoupled CMS?

Entkoppelte – oder geläufiger: Decoupled – CMS trennen ebenfalls zwischen Redaktion und Präsentation von digitalen Inhalten. Diese Trennung bezieht sich jedoch mehr auf die Serverarchitektur als auf das Templating. Das bedeutet, dass das Redaktionsystem auf einem Server betrieben wird und die Website auf einem anderen.  

1. Content First

Die wertvollste Ressource im Marketing ist Content, also strategisch ausgerichtete Inhalte. Das vorherrschende Organisationsprinzip im Marketing aber sind allzu oft noch die Ausgabekanäle. Zuständigkeiten verteilen sich nach Website, Blog, Social Media, Presse, Direktmarketing etc. Inhalte werden mit separaten Systemen für jeden Kanal gepflegt und nicht selten auch separat geplant, anstatt das Marketing ganzheitlich am Informationsbedürfnis der Kunden auszurichten. So entstehen Content-Silos, zwischen denen es wenig Austausch gibt, dafür umso mehr Redundanz: Hauptsache der eigene Kanal wird gefüllt.  

Ein Headless CMS bietet Unternehmen eine zentrale Plattform für die Redaktionsarbeit. Kreativteams erstellen und steuern Inhalte ganzheitlich nach Themen und Kampagnen. Damit schaffen Unternehmen die technischen Rahmenbedingungen für eine übergreifende Content-Strategie, mit der sie Marke und Produkte konsistent auf allen Kanälen präsentieren. 

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2. Mehr Gestaltungsfreiheit für Webentwickler 

Bei einem Headless CMS genießen Entwickler und Designer volle Gestaltungsfreiheit für die Website. Das CMS liefert den Content über eine API und stellt sonst keine weiteren Ansprüche.  
Damit verliert das CMS seinen Status als das System, an dem kein Weg vorbeigeht und über das man alle anderen Dienste vermitteln und integrieren muss. Im Headless-Ansatz ist das CMS nur eine Content-Quelle unter vielen und kann dementsprechend auch standardisierter benutzt werden. 

Dieser Paradigmenwechsel ist eine gute Nachricht für alle Webentwickler, die nun leichter moderne Frontend-Frameworks wie React oder Vue einsetzen können und redaktionelle Inhalte so bequem geliefert bekommen, wie sie es von anderen Datenquellen gewohnt sind. So eröffnet ein Headless CMS neue Spielräume für das Branding und die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Markenpräsentation und Kundenansprache. 

3. Das CMS wird unwichtiger

Die Technologie-Offenheit von Headless CMS verschafft Designern nicht nur ein Plus an kreativem Spielraum. Entwickler können die besten am Markt verfügbaren Lösungen für aktuelle Anforderungen an Websites einsetzen, etwa für die Ausgabe auf mobilen Endgeräten, zur Suchmaschinenoptimierung oder um Inhalte aus verschiedenen Datenquellen einzubinden.  

Möglich macht das die JAMstack-Architektur entkoppelter Systeme. „JAM“ ist ein Akronym für JavaScript, API und Markup. Es steht für die Idee, die Website in einer dezentralen Infrastruktur zu verwalten, bei der das CMS nur eine Komponente darstellt. Alle Komponenten arbeiten gekapselt, lediglich verbunden durch unabhängige und in sich geschlossene Schnittstellen. So kann eine Website Daten nicht nur aus dem Redaktionssystem ziehen, sondern beispielsweise auch aus dem CRM-System, aus Produktkatalogen oder dem ERP. Die Integration findet direkt im Endprodukt statt und muss nicht erst über das CMS vermittelt werden. 
Das ist auch aus der Perspektive des Change-Managements eine gute Nachricht. Denn jede Technologie, die gerade State of the Art ist, kommt irgendwann an den Punkt, an der sie gegen eine andere ausgetauscht werden sollte.  

4. Straffe Abläufe, leichter zweitverwerten  

Aber nicht nur die Technik arbeitet bei Headless CMS effizienter: Indem Organisationen Content-Produktion und Layout entflechten, können sie Kreativprozesse im Marketing straffer und transparenter organisieren. Bei der Arbeit mit einem Headless CMS fokussieren sich Autoren vollständig auf Inhalte, Themen und Stories. In einem Anlauf erstellen sie den Content für eine komplette Kampagne und alle Zielkanäle, zum Beispiel eine Produktbeschreibung, konversionsstarke Botschaften zur Leadgewinnung oder Metatexte für Social Media. Fragen zum Layout und zu technischen Anforderungen der Ausgabekanäle lenken sie nicht mehr ab. Der Fokus liegt auf Redaktionsplänen, Freigabe-Workflows und Deadlines. 

Marketingabteilungen profitieren beim Einsatz von Headless-Lösungen stärker von inhaltlicher Expertise im Team und nutzen Synergien bei der Contenterstellung. So können Themenexperten Inhalte für komplette Kampagnen und verschiedene Ausgabemedien beisteuern. Das kanalübergreifende Vorgehen stärkt auch den Überblick, welche Inhalte bereits zu einem Thema vorliegen, und vereinfacht die Zweitverwertung von Content. 

5. Getrennt loslegen, früher ankommen 

Ein Headless CMS hat einen klaren Zeitvorteil: Autoren und Webentwickler können parallel arbeiten und Fortschritte erzielen, ohne die Ergebnisse der anderen abzuwarten. Es wird programmiert und gleichzeitig geschrieben. 
Hiervon profitieren besonders Web- und Content-Agenturen: Die Trennung von Inhalt und Präsentation unterstützt die Arbeitsteilung bei Kreativdienstleistern, die meist eigene Teams für Redaktion, Design und Webentwicklung unterhalten. So verkürzt ein Headless-Ansatz die Projektlaufzeiten und verhilft Marketingabteilungen und ihren Agenturen zu mehr Agilität. 

6. Mehrere Mandanten, eine Plattform 

Ein weiterer Pluspunkt für den Headless-Einsatz in Agenturen: Über das Redaktionssystem lässt sich die Content-Produktion gleich für mehrere Kunden steuern. Jeder wird als Mandant im System geführt. Den Content liefert das CMS dann per API an das individuell gestaltete Frontend. Da alle Autoren auf derselben Plattform arbeiten, kann die Redaktionsleistung die Fortschritte bei der Content-Produktion über alle Accounts hinweg überblicken. Zudem müssen Autoren nicht mehr für jeden Kunden auf ein neues System geschult werden, was zudem die Produktivität erhöht und die Kosten senkt. 

7. Vom Ende her denken 

Das Teuerste an einer Website ist ihr Ende: Denn mit dem Web-Relaunch ist meist auch ein Wechsel des Redaktionssystems verbunden. Nicht so bei Headless CMS! Schließlich wird der gesamte Content unabhängig vom Frontend gepflegt und verwaltet. Bei einem bevorstehenden Relaunch bauen Designer und Webentwickler den neuen Auftritt, ohne die Inhalte anzutasten. Etwaige Änderungen am Content lassen sich im Redaktionssystem effizient planen und durchführen. So schützen Unternehmen ihre Investitionen in Inhalte und Marke. 

8. Weniger Angriffs­fläche, mehr Sicherheit

Jede Unternehmens-IT ist ständigen Attacken ausgesetzt und muss sich in einer Spirale gegen immer raffiniertere Angriffsmethoden rüsten. Besonders die Unternehmenswebsite steht im Fadenkreuz. Gekoppelte CMS sind anfälliger für Hackerattacken wie auch für technische Störungen, weil Website und Redaktionssystem auf derselben Infrastruktur laufen. Ein Absturz der Website legt auch das CMS lahm und umgekehrt. 

Bei Decoupled CMS ist der technische Betrieb von Backend und Frontend getrennt. Bei Headless CMS wird dieselbe Trennung durch den Einsatz von Static-Site-Generatoren, wie Gatsby oder Next.js, erreicht. Der Trick: Die Seite ist bereits vorgefertigt, das Redaktionssystem wird für einen Webseitenaufruf im Internet nicht gebraucht. Das gesamte Grundgerüst der Website wird auf dem Webserver oder im CDN (Content Distribution Network) für den Abruf durch die Websitebesucher vorgehalten. 

So entsteht eine robuste Infrastruktur, die nicht nur deutlich schneller arbeitet. An ihr gibt es kaum noch lose Teile, die Hackern einen Angriffspunkt bieten. 

Ein CMS für die digitale Customer Journey 

Wer heute etwas verkaufen will, muss einen Zugang zum Rechercheprozess der Kunden finden. Und das geht nur mit relevanten Inhalten und einer Website, die in puncto Design, Interaktivität und Technik mit den Nutzeroberflächen mithält, die Kunden jeden Tag benutzen: Facebook, Google, Netflix, Spiegel Online etc. Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Nutzer entwickeln sich die Frontend-Technologien laufend weiter. Darum hängt die Wettbewerbsfähigkeit einer Marke wesentlich davon ab, ihre Inhalte zu jeder Zeit mit den aktuell besten verfügbaren Technologien zu präsentieren. 

Headless CMS bieten Unternehmen die beste Lösung für beide Anforderungen: Redaktionssysteme für herausragenden Content und Technologie-Offenheit für wettbewerbsfähige Frontends. 

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